Da der letzte Eintrag ueber nen Monat her ist, muessen wir an dieser Stelle wohl ein bisschen Ausholen. Zur Abwechslung mal der Versuch, den Text in die Bilder einzuarbeiten. Also waehrend nun Rebbi schon ne Weile bei SPC arbeitete war ich noch fleissig am schuften: Birnen pfluecken, wirklich ein Knochenjob! Beachte, wie hoch man auf die Leiter muss!
oder man stellt sich drauf und freut sich wenn alle 4 Bins voll sind!
... denn dann faehrt man den Traktor zum Verladeschuppen (Shed) und hier hatten wir sogar die Moeglichkeit selbst den Stapler zu fahren! Trotzdem nur ein vergleichsweise kleiner Trost fuer diese Schufterei.
Eigentlich sollte auch das Busking hier nochmal Erwaehnung finden, auch wenn leider kein einziges Bild davon entstanden ist, war es ein grosser und wichtiger Teil der Reise. Ueberblickend gesprochen, war es aeusserst erfolgreich und hat obendrein grossen Spass gemacht. Ich habe ein Programm erarbeitet, das sehr gross und abwechslungsreich ist. Das Maximum war 4 Stunden am Stueck zu spielen ohne ein einziges Lied zu wiederholen... (nur Git + Gesang, da Maultrommel und Floetengedudel wesentlich weniger Geld einbringen)
Jedenfalls haben wir es auch kurz vor unserer Abreise noch auf den Telstra-Tower geschafft, einen Funkturm in der Stadtmitte mit Aussichtsplattform. Die unglaublich unspektakulaere Aussicht seht ihr hier (Shepparton, Victoria - Blick Richtung Sueden incl. Aldi und See).
Als wir dann Anfang Februar umziehen mussten, hatten wir nochmal richtig Glueck, denn statt auf einem teuren und unkomfortablen Zeltplatz, haben wir noch eine schoene Bleibe per Couchsurfing/Rentsharing gefunden. Bei Elliam, der auch ein Doktor im Krankenhaus ist, haben wir dann leckeren Kuchen gebacken,...
..., die Entomofauna bestaunt, oder beobachtet, wie sich die Uhren hier Down Under andersrum drehen!
| winzige Lichtschalter, warum sind die deutschen so riesig? |
Hier freut sich Rebekka, dass ihr Kangaroo Matt doch nicht nach Deutschland muss, und noch mit uns reisen kann.
Nach dem langen Warten auf den Job bei SPC, war es dann Anfang Feb auch endlich fuer mich so weit! Baertige muessen dort grundsaetzlich einen Bartschutz tragen, damit keine Haare ins Obst kommen.
Meine Aufgabe war es dort jede Stunde durch die Fabrik zu spazieren und mit diesen feinen nummerierten Becherchen Proben des Sirups/Saftes der Maschine zu entnehmen...
z.B. so wie das Nicole, die am Ende von mir Anzulernende gerade am sog. Erca macht,...
... um dann diese und andere Saefte mit dem hier zu sehenden kleinen Geraet auf den Zuckergehalt zu testen und ggf. Alarm zuschlagen, falls was ausserhalb der zu erwartenden Werte liegt. (14.0 ist gut fuer Birnensaft)
Bei meiner Runde durch die Fabrik, konnte ich auch immer einen Abstecher zu Rebbis Arbeitsplatz machen und ihr z.B. ein paar leckere Fruechte zum Naschen vorbeibringen. Hier ist sie mit ihrer Einzuarbeitenden zu sehen, am Computer, in den sie ihre Testergebnisse einzugeben hatte.
Nach getaner Arbeit hatten wir dann auch immer die Moeglichkeit in der Morgensonne zusammen zu unserer Bleibe zu radeln. (Wer findet den Fehler im Bild?)
Ab und an muessen in der Firma auch die Maschinen gereinigt werden, und so waren auch wir als unser letzter Arbeitstag beim "Wash-Down" dabei. Rummollern fuer Erwachsene, quasi. Die Klamotten auf den Bildern konnten wir behalten. Dazu trugen wir noch Schutzbrille, Haarnetze und Ohrenschuetzer.
| Hintergrund: Elliams Kletterwand im Schuppen |
| Rebbi in Aktion! (links: Rebbis Fahrrad) |
Uebrigens haben wir bei SPC z.B. diese Produkte kontrolliert.
Leider kann es manchmal auch passieren, dass sich eine der vielen Grillen, die in der Fabrik anzutreffen sind, in die Pfirsiche verirrt... In diesem speziellen Fall war die Grille gluecklicherweise von aussen zu sehen und ist so auf dem Schreibtisch, des Chefs gelandet.
Alsbald beschlossen wir aber, dass wir lange genug in Shepparton waren und so kuendigten wir bei SPC, packten unsere sieben Sachen und machten uns wieder auf nach Melbourne, um dort bei Anna und ihrem Mann Michael zu uebernachten. Als Abschiedsgeschenk bekamen wir noch etwas ganz besonderes von Mitarbeitern: einen von Brad selbstgedrechselten Briefoeffner und Kugelschreiber aus Red Gum (Eukalyptus) Holz. Der Plan war nach Tasmanien zu trampen, leider ist dies aber eine Insel, sodass wir zunaechst an den Hafen gingen um dort bei den Gueterschifffahrtsgesellschaften nach Ueberfahrt fuer eine helfende Hand zu fragen.
Hier der Gueterhafen im Hintergrund. Vorn ein Stoppschild fuer Radfahrer und Fussgaenger, hoechstseltsam.
Nachdem wir drei Absagen von den Frachtunternehmen bekommen haben, ueberlegten wir am nahegelegenen Strand, was wir fuer Moeglichkeiten hatten, aber aus Zeitmangel haben wir uns dann doch fuer die normale bezahlte teure Faehre entschieden, weil vermeidbares Fliegen aus Umweltschutzgruenden nicht in die Tuete kam. Nach der Buchung der Faehre hatten wir aber noch etwas Zeit, sodass wir Annas Auto liehen und nach Phillip Island fuhren, eine Insel suedlich von Melbourne. Ausserdem haben wir vorher noch folgendes gesehen:-Ein kostenloses Open-Air Konzert des Melbourne Symphony Orchestra mit Blick auf die schoene Silhouette von Melbourne bei Sonnenuntergang und Nacht,...
-Ein ruhiges Plaetzchen Australische Natur, wie sie einst war, inmitten der Stadt Melbourne,...
Und einige andere Eindruecke, die es hier in Melbourne so gibt...
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Die Insel ist aber hauptsaechlich wegen ihrer reichen Tierwelt bekannt. Im besonderen wegen der "Little Penguins", die hier jeden Abend von ihrem Tauchgang auf der Suche nach Nahrung zum Ruhen und Eier ausbrueten an Land kommen. Da sie jeden Tag im Jahr an den gleichen Platz zurueckkehren ist dies natuerlich ein ausserordentliches Naturschauspiel. Dies wird ausgenutzt, indem man eine Betontribuene an den Strand gebaut hat, auf die man sich setzen kann um das Schauspiel zu bewundern ohne die Tiere direkt zu stoeren. Der ganze Spass kostet dann noch 22$. Das war uns zuwider also haben wir uns einfach tagsueber an diesen Strand begeben und unter der Promenade geillert und siehe da, die Jungen waren schon geschluepft und verbrachten ihre Tage nun noch an Land, sodass wir Glueck hatten und kostenlos genuegend wilde Pinguine in naechster Naehe sehen durften.
Angekommen in Devonport in Tasmanien mussten wir dann noch vom Nord- ans Suedende der Insel trampen, was zum Glueck wieder mal kein Problem war. Ein netter Herr, der Armeekoch und Stripper von Beruf war, und viel erzaehlt hat, hat uns bis zu unserer Bleibe im schoenen Risdon Vale (ein Vorort der tasmanischen Hauptstadt Hobart) mitgenommen. Dabei sind wir noch sehr nah an einem Buschfeuer vorbeigefahren, es war nur ca. 500m vom Highway weg und sehr beeindruckend und angsteinfloessend. In Risdon Vale wurden wir von einer netten Familie gehostet, die zwei Maedchen und einen echt tollen Garten haben.
Von da aus haben wir Hobart ein wenig angeschaut und zur Vorbereitung eine Wandertour auf den hoechsten Berg dort gemacht: Mt. Wellington (1271m)
Da sich, wie das letzte Bild andeutet, mit einem Schlag alles zuzog und ich sowieso mit einem netten aelteren Herren im Gespraech war, bat es sich an bergab mit ihm mitzufahren. Diese Tagestour war also unsere Vorbereitung fuer unsere erste Uebernachtwanderung - den Tasman Peninsula Coastal Trail!
Da ein solcher Walk gut geplant sein muss, bereiteten wir uns entsprechend vor: eine Karte und noch ein paar warme Klamotten wurden gekauft (in Tasmanien ist es wesentlich kaelter als auf dem Mainland), die Mahlzeiten wurden geplant und saeuberlich in Zippertueten verpackt und von der Familie aus Risdon Vale konnten wir sogar noch den Campingkocher leihen. (Wer die Karte naeher betrachtet, sieht unsere Strecke: Tag 1: von Fortescue Bay via Tornado Ridge zu Hurricane Heath; Tag 2: zum Cape (erst zum Chasm, dann zum Blade), dann zurueck zum Heath, das Zelt gepackt und zum Wughalee Falls; Tag 3: steiler Anstieg, den Mt. Fortescue hinauf, dann entlang der Klippen bis zum Cape Hauy (incl. Totem Pole) und dann zurueck zum Fortesque Bay Campingplatz). Die Strecke ist laut Parkranger geschaetzte 30-35 km lang und geht im wahrsten Sinne des Wortes durch Berge und Taeler, ueber Stock und Stein...
Hier seht ihr unsere MegaEssensvorbereitung fuer die Wanderung. Jede Mahlzeit muss schliesslich durchgeplant sein. Aus irgendeinem Grund, will dieser Uploader das Bild nur hochkant nehmen...
Der vorletzte, der uns mitgenommen hat, hat uns dann noch kurz sein halb abgebranntes Haus und sein original aus Gruender Zeit (convicts!) stammendes Sheep Shearing Shed (Schafscherschuppen) gezeigt. Beim Wiedereinsteigen ins Auto habe ich dann aus Versehen mit meinem Kopf seinen Rueckspiegel abgebrochen, da es ein Auto mit 3 Sitzen vorn war. Das war hoechst peinlich fuer mich, aber kein Ding fuer ihn, da es eh ne alte Schrottkiste war... Shit happens...
Jedenfalls sind wir noch gut und gesund am Fortescue Bay Startpunkt angekommen und haben da einen Amerikaner names Brian kennen gelernt, mit dem wir dann den ganzen Weg zusammen beschritten.
Da der erste Wandertag leider mit viel Regen begann, kamen wir durchnaesst am Hurricane Heath "Campingplatz" (ein flaches Plaetzchen mit genug Platz fuer 2 oder 3 Zelte) an. Gluecklicherweise hoerte es am spaeten Nachmittag auf zu Regnen, sodass wir am Abend und am naechsten Morgen das meiste Equipment wieder trocken bekommen haben. Unsere Super-Wasserdichten Schuhe waren uebrigens auch beide nassgeworden, und da wir sowieso froren, entschieden wir uns gegen das Verbot im Nationalpark trotzdem Feuer zu machen. Es war ja eh alles nass und von daher ungefaehrlich. Am naechsten Tag haben wir auf dem Weg zum Cape Pillar dann Folgendes gesehen, zum Glueck vom Regen verschont:
| Perdition Pond |
| The Blade (die Klinge), auf der wir wenig spaeter die Mega-Aussicht genossen |
| wir duerfen vorstellen: der australische Busch! |
Am Cape Pillar angekommen, waren wir zuerst auf dem Chasm, dem hoeheren Aussichtspunkt - hier der Blick auf The Blade und Tasman Island.
| hier jetzt der Blick vom Blade Richtung Westen - unfassbar! |
| Rueckweg zum Campingplatz |
Interessante Vegetationen und Ausblicke auf dem und vom Mount Fortescue (3.Tag, auch hier ohne Regen!!). Man fuehlt sich eigentlich wie im Jurassic Park, mit diesen riesigen Farnbaeumen!
| hinten links das Cape Pillar, von dem wir kamen, man kann die Laenge fast ahnen ;) |
| Brian, der Ami, post vor dem Cape Hauy |
Nachdem wir dann eine ganze Weile an vielen superschoenen Klippenausblickspunkten entlang wanderten, kamen wir schliesslich zum leichter zu erreichenden, aber trotzdem unfassbaren Cape Hauy. Hier seht ihr den beruehmten "Totempole" am Cape Hauy (der einzeln stehende), welcher sehr bekannt bei Kletterbegeisterten ist. Um dieses Bild zu bekommen, mussten wir mehrere Absperrungen durchlaufen, steile halbzugewachsene Wege durchkreuzen, und uns halb in Lebensgefahr begeben... aber es hat sich gelohnt. Rebekka blieb zurueck im sicheren, legalen Bereich.
Am Fortescue Camp wieder angekommen, fragten wir, ob wir tatsaechlich wieder fuer den Campingplatz bezahlen muessen, was uns nach Tagen in der Wildnis bloed vorkam. Der Ranger war so nett wie viele Australier: er hat uns hinter das Gelaende des Campingplatzes verwiesen, wo wir ein kostenloses super geschuetztes Plaetzchen hatten, in dem wir auch noch ein schoenes Lagerfeuer zum Ausklingen geniessen konnten. Dabei gesellte sich ein Wallaby (kleines Kaenguru) mit zu uns ans Feuer und hat, wie wir auch, zu Abend gegessen, sehr niedlich! Da wir an dieser Stelle direkt hinter der grossen Sandduene der Bucht waren, hat der starke Wind vom Meer die hohen Baeume ueber uns zu wirklich lauten Windgeraeuschen veranlasst. Wir sassen aber so gut geschuetzt hinter der Duene, dass es fast windstill war. Echt komisch den Wind superlaut zu hoeren, aber nicht zu spueren.
Am Morgen wachten wir mal wieder in aller Naesse auf und rannten nach dem Fruestuck im Zelt schnell auf den Campingplatz um Leute zu fragen, ob sie uns wieder mit in die Zivilisation nehmen koennten. So geschehen, hatten wir auch wieder riesen Glueck-> ein Kerl nahm uns sogar bis nach Hobart mit, sodass wir, nachdem wir das Zelt komplett nass und dreckig eingepackt hatten, im Auto erstmal in der trockenen Sicherheit waren...
In dem Auto haben wir dann auch noch superspontan entschieden zu versuchen bis zum naechsten morgen wieder nach Norden zu trampen, um die Montagsfaehre zu nehmen. (Nur So und Mo fuhren die tagsueber, was halb so teuer ist) Also ins Touristenzentrum, Busse und Faehre gecheckt (musste zum Glueck nicht vorab gebucht werden-wir wussten ja nicht, ob wir es rechtzeitig schaffen), nach Risdon Vale, Sachen getrocknet, gegessen, Kocher repariert und zurueckgegeben, Sachen wieder eingepackt, die da waren, geduscht, und los getrampt: ein Bus und 3 Autos, und wir haben es noch vor dem Abend nach Devonport zurueckgeschafft. Dort in den Park und wild gecampt, dann frueh in die Faehre, zurueck nach Melbourne.
| auf dem Rueckweg nach Melbourne trafen wir dann die anscheinend recht beruehmte Queen Mary 2 |
Nach unserer Rueckkehr nach Melbourne haben wir noch einige Tage in Melbourne verbracht, uns von Anna und Matt verabschiedet, und sind letzten Freitag den ganzen Tag ueber erfolgreich und mit 4 verschiedenen Autos nach Sydney getrampt. Ueberflutungen, die im Moment hier vielerorts anzutreffen sind, haben wir kaum gesehen und der Highway war frei. Hier in Sydney besuchen wir gerade Rex, der in der 11. Klasse Austauschschueler im CWG war und erst letzte Woche von einem Auslandssemester in Berlin wiederkam. Hier werden wir vermutlich morgen abreisen, um weiter Richtung Norden zu kommen. Schliesslich verlassen wir Australien schon in weniger als einem Monat!
Heyjo!
AntwortenLöschenEs wurde Zeit: endlich habe ich die Kommentarfunktion aktiviert, also bitte, hinterlasst eure Meinung und Nachfragen :)
Hey ihr beiden,
AntwortenLöschenvielen Dank für euren schönen Blog! Er weckt in mir viele Erinnerungen, wenn ich euch so in Australien sehe und ich freue mich schon, wenn es weiter around the world geht. So bekommt man neue Einblicke, auch wenn man leider an den hiesigen Schreibtisch gefesselt ist.
Good on you!