Freitag, 20. Januar 2012

For the times they are a-changin’…



Gute Neuigkeiten: Unser Plan wird endlich Wirklichkeit. Rebekka arbeitet seit 3 Naechten bei SPC. SPC steht fuer Shepparton Preserving Company und ist eine Riesenfabrik, die Obst verarbeitet. Ein Grossteil sind Aludosen, aber auch viel plastikverpacktes Kompott oder Snackobst wird dort hergestellt.

Wir hatten nun schon seit Anfang Dezember versucht, einen Job dort zu bekommen, da ein guter Freund, der dort vor 2 Jahren arbeitete, den Tipp gegeben hat (Danke Jakob). Als wir hier in Shepparton ankamen und das erste Mal im Buero der Personalverwalterin Gayle waren, haben wir ganz aufgeregt den Termin fuer die Einarbeitungsveranstaltung erhalten. Wir dachten also wir waeren so gut wie drin. Wie sich aber herausgestellt hat, stellen SPC immer erst die ein, die schon dort gearbeitet haben, und das sind ziemlich viele! Also mussten wir warten, wir sind immer und immer wieder zu Gayle gegangen und haben immer die gleiche Antwort bekommen: das Obst ist noch nicht da, sie koennen nichts sagen, sie stellen immer noch die “Alten” ein, sie bekommen am gleichen Tag Bescheid, wenn sie einen brauchen. Als wir dann letzte Woche da waren, hat Gayle noch zusaetlich erklaert, dass es noch “einige Wochen” dauern kann. Dies hat unseren Glauben, dass wir ueberhaupt noch reinkommen, fast vollstaendig zerstoert. Aber da wir hartnaeckig sind, sind wir nach den gewohnten paar Tagen wieder hin. Und erstmals hat Gayle auch gefragt wie lange wir noch in Shepp waeren, und ob wir auch nachts machen. Und so war es dann so weit, dass sie kurz nach unserem Besuch Rebekka angerufen hat, die dann zum Buero und danach zu einem Laden eilen musste, um den Gutschein fuer ihre Arbeitsschuhe einzuloesen. Es fragt sich jetzt also nur, ob ich auch noch die Chance bekommen werde.

Rebekka ist bei SPC jetzt in der Qualitaetskontrolle als “Raque 1 Girl” beschaeftigt und schiebt fleissig Nachtschichten. Die saisonalen Arbeitskraefte bleiben in einer Schicht, sobald sie angefangen haben. Nun ueberlegen wir, wie lange wir noch in Shepp bleiben, da Matt und Anna (und somit auch wir) am 3. Februar ausziehen muessen. Der Gedanke an den Zeltplatz laesst zu wuenschen uebrig, da man bei um die 35 Grad wohl nach der Nachtschicht (geht von 11am bis 7am) kaum gut schlafen kann.

Ich wiederum habe zur Musik zurueckgefunden. Ueber unseren Host Matt hatten wir die Moeglichkeit eine Gitarre geliehen zu bekommen. Mit dieser haben Rebekka und ich ein kleines Programm an Songs erarbeitet, die wir dann am 13.1, mal wieder ein Tag ohne Arbeit, erstmalig in der Stadt als Strassenmusiker aufgefuehrt haben. Das ganze nennt sich hier “busking”, interessant, dass es das im Deutschen nicht in einem Wort gibt. Da das Geld nicht schlecht war, sind wir zunaechst zusammen und nun, da Rebekka arbeitet, ich auch alleine, mit meinem Father And Son Programm, jeden Tag auf der Strasse gewesen. Es macht viel Spass, da ich neben einem Spielplatz in der Fussgaengerzone spiele, habe ich oft ein kleines Kinderpublikum, alle mit offenen Muendern

Ausserdem habe ich vorgestern das Angebot gekriegt, hier wochenends abends in einer Bar zu busken (also nicht auf Lohn, sondern auf Hutbasis). Dies hab ich nun gestern auch gemacht und obwohl nicht viele Leute in der erst neu eroeffneten Bar waren, habe ich genauso viel verdient wie in der Strasse, nur plus freie Getraenke und einer echten Buehne und stationaerem Publikum.

Seit ein paar Tagen teilen wir unsere Zweischlafzimmerwohnung auch wieder. Mit Melissa und Beranger, zwei franzoesischen “Backpackern”, die die gleiche Idee hatten wie wir, den Matt nach der freien Couch zu fragen. Somit ist es jetzt vorbei mit der trauten Zweisamkeit, da sie auch solange bleiben werden bis wir alle hier ausziehen. Vorteilhaft fuer mich ist, dass wir, wenn wir denn mal nen Job haetten, zusammen fahren koennten, da sie mit Campervan angereist sind.

Alles in allem geniessen wir aber die Zeit sehr, wir sind gesund und munter, und freuen uns darueber, dass Rebekka uebers Wochenende frei hat und wir vielleicht ne Radtour machen.

Nun gibt es wieder ein paar Bilder: vom Campingausflug anlaesslich Matts Geburtstag mit Lagerfeuer (unten), Knueppelteig (die Australier waren ganz begeistert und innovativ und haben ihn mit Nutella probiert) und einem wunderschoenen Koala auf dem Baum direkt ueber uns. Zusaetzlich noch ein paar Bilder von den letzten Arbeitsplaetzen, die Tomaten waren mit Abstand das Schlimmste. Alles andere ist ein wenig durcheinander.


viele viele Bins

links Pfirsiche, rechts Nektarinen 
Aprikosen vs. Pfirsiche


totgespielt 
Rebbi an der GreatOceanRoad

Eukalyptus heisst hier Gum Tree

vor dem Pfluecken

welche ist die richtige Farbe???

wir haben uns mit Indern zusammengetan

laecherliche 60$ wert!

nach dem Pfluecken



Host Anna



Host Matt


alle lieben Knueppelteig, auch wenns keiner aussprechen kann

Rebbi und David

Kartoffeln und der groesste "Schnuffelpuff" (Knueppelteig) der Welt

sehr vollgepackt


Donnerstag, 12. Januar 2012

Life in good ol' Shepp

Nach langer Zeit hier mal wieder ein Lebenszeichen von uns. Also, viel hat sich nicht getan, wir sind noch in Shepparton, haben leider immer noch keinen Job bei SPC, was unser Ziel war, und wohnen auch noch bei den gleichen netten Hosts Anna und Matt. Was sich geaendert hat war, dass wir seit Weihnachten Besuch von Inessa und Walid bekommen hatten, die noch bis Ende letzter Woche mit hier gewohnt haben. Ausserdem sind wir, nachdem nach einer Woche alle Kirschen gepflueckt waren, auf hauptsaechlich Aprikosen, aber auch Pfirsiche und Aepfel (thinning) umgestiegen. Seit Ende letzten Jahres waren wir arbeitslos, darauf folgten ein paar Tomaten. Zusammengefasst kann man also sagen, dass wir uns, bis SPC sich hoffentlich irgendwann meldet, mit nicht wirklich gut bezahlten und schmerzhaften Jobs rumaergern, um ein an ein bisschen Geld zu kommen. Moeglicherweise sollten wir uns nicht auf SPC verlassen und versuchen, noch an einen anderen Job zu kommen. Was in der Zwischenzeit so alles passiert ist:
Bei der ersten Arbeitsstelle nach den Kirschen hatte Marcus die Moeglichkeit Traktor fahren zu lernen. Das hat ihm gut gefallen. Rebekka hatte dafuer haeufig die Moeglichkeit mit diversen Hunden zu spielen, was ihr wiederum gut gefallen hat.
Die Temperaturen hier sind auch alles andere als winterlich – so mussten wir vor ca. 2 Wochen erstmals die unliebsame Klimaanlage anschalten, weil es sich bei 40 Grad Aussentemperatur und Windstille nur schwer im Haus aushalten laesst. Im Schwimmbad war es dafuer umso angenehmer und Marcus konnte gleich seine neuen Schwimmschuhe und –brille ausprobieren, die er zum heiligen Fest bekommen hat.
Update: Dieses Wetter von vor z.B. einer Woche ist total anders als das jetzige: kalte 8 Grad am Morgen und Wind auf ungeschuetzten Tomatenplantagen bringen im Moment eher Lust auf ein warmes Bad zuhause.

Mein Geburtseltag war dieses Jahr auch ganz anders:
  • der laengste statt der kuerzeste Tag im Jahr
  • super warm und sonnig
  • ich habe das erste mal an diesem Tag gearbeitet
  • wir haben eine schoene Radtour gemacht
  • mit supertollem Ziel: Eisdiele (Cold Rocks: vermischt Megaeissorten mit Riegel oder Fruechten -siehe Bild)
Vielen Dank fuer alle Geburtstagswuensche, an dieser Stelle, habe mich sehr gefreut.
    Zu Weihnachten haben wir mit Inessa, Walid und Anna ein tolles Festtagsessen durchlebt. Vegetarische Gemueselasagne, Obstsalat und Eis mit Waffel haben unsere Maegen erfreut. Ausserdem haben wir uns - ganz nach der deutschen Tradition- am Heiligen Abend reichlich beschert.
    Zwischendurch haben wir auch einige Ausfluege unternommen, z.B. zu Silvester nach Melbourne, wo wir mit Anna und ihren Freunden ihren Geburtstag in einem vietnamesischen Restaurant mit Karaoke feiern durften. Kurz vor um 12 haben Walid, Inessa und wir beide uns dann auf den Weg gemacht, um das wunderschoene, von der Stadt organisierte Feuerwerk am Hafen zu begutachten. Und das alles in kurzen Hosen, dank sei der Suedhalbkugelei. Eine Woche spaeter sind wir dann wieder nach Melbourne und haben mit Matt und seinen Freunden einen Ausflug unternommen. Der fuehrte uns, bei leider nicht so schoenem Wetter, in einem VW-Bus an den Start der Great Ocean Road und hatte schoene Straende und Calippos zu bieten. Diese Woche waren wir dann in einem Nationalpark noerdlich von Shepparton, um ein geeignetes Plaetzchen fuer den fuers Wochenende geplanten Campingausflug zu suchen. Anlass ist Matts Geburtstag, ca. 15 Gaeste aus Melbourne werden erwartet. In diesem Nationalpark haben wir, durch grosses Glueck, viel Aufmerksamkeit und Geduld, einige Koalas sehen duerfen (Anmerkung: Koalas ernaehren sich ausschliesslich von Eukalyptusblaettern, die giftig sind. Somit schlafen sie ca. 22 Std. am Tag, um die Gifte zu verdauen. Den Rest vom Tag sind sie am futtern und ordentlich benebelt).

    Unabhaengig von all dem wuenschen wir euch allen natuerlich noch nachtraeglich ein frohes neues Jahr mit viel Freude, Glueck und Gesundheit und hoffen, dass ihr bereits einen guten Start ins neue Jahr hattet.


    1   Marcus das erste mal am Steuer mit Linksverkehr

    2   Rebekka und die Kirschen, der erste Tag, incl. der 15$ Eimer (35 Liter), anschliessend haben wir uns im Opp. Shop eingekleidet (preiswerte SecondHandMode fuer den Arbeitsalltag)

    3   Marcus auf dem Traktor, der Teil des Jobs macht Spass, das eigentliche Aprikosenpfluecken geht  hauptsaechlich auf den Ruecken

    4   Rebekka beim Aepfel Ausduennen, es war sehr warm und wir standen foermlich in den Baumreihen

    5   Marcus beim Aprikosenpfluecken, mal ganz oben auf der Leiter

    6   Masseinheit hier: ein Half Bin, d.h. ca. 200kg Aprikosen, die grossen blauen also halb voll = 24$

    7   Gemaelde in der Aboriginalgalerie in Melbourne

    8   Eine von vielen witzigen Kuehen in und um Shepparton

    9   Aboriginiekunst auf der Strasse

    10 Die Skyline von Melbourne

    11 Kunst, Springbrunnen in Melbourne
    12 Kathedrale
    13 Marcus' Geburtseltagstisch mit Geschenken, Blumen und Leckereien!
    14 Ralph und Rebekka beim wuscheln
    15 Geburtstagseis! Dank Gutschein stark verguenstigt. Yumm!
    16 Rebekka macht mal wieder abendlich den Walid platt
    17 Kurz vor 12 Uhr Silvester, kein Feuerwerk verkaeuflich, also noch alles idyllisch ruhig im Melbourner Hafen
    18 Und kurz darauf, wunderschönes öffentlich organisiertes Feuerwerk
    19 Spass in den Fitzroy Gardens in Melbourne
    20 Ausflug in eine angelegte Landschaft in Tatura nahe Shepp
    21 was es im Museum in Shepparton alles zu sehen gab (es war zu, beim drumherumlaufen haben wir dies entdeckt)
    22 Ausflug an die Great Ocean Road mit Matt und seinen Freunden
    23 auch in Australien gibt es VW Busse
    24 nur der Wind weiss, was im Verborgenen passiert
    25 Ohne Worte
    26 oh, endlich Roggenbrot, lange Geschichte, gibts hier quasi nicht, nach langer Suche dann doch gefunden: ACHT fucking Dollar!
    27 unser erster koalaartiger Freund, von Rebbi erspaeht! (sehr seltener Anblick)
    28&29 grosse Eichhoernchen?
    30 ein supernetter Zeitgenosse, extrem selten am Boden, aber für unsere Fotos stand er Show
    32 Weihnachtsständchen
    33 Anna freut sich ueber ihre Geschenke
    34 Marcus freut sich seltsam ueber den Nachtisch
    35 Vor dem Feuerwerk gabs an Silvester noch Annas Geburtstag mit Karaoke beim Vietnamesen zu feiern
    36 Abenteuerliche Fahrt ins Kino, Marcus im Kofferraum - very swashbuckling!