Alle Fotos sind hier zu finden.
Nun, da wir unsere Indienreise beendet haben, kann ich einige Dinge zusammenfassen, um den noch nicht in Indien gereisten einen Eindruck zu vermitteln, was man hier alles so erlebt. Vorab sei gesagt, dass es viele schoene Dinge gab (v.a. erkennbar an unseren hochgeladenen Fotos), die in keinem Fall dem Folgenden zurueckstehen, wie z.B. die Waerme und fast immer praesente Sonne. Bedenkt dies bitte, wenn ihr das Resumee, das moeglicherweise negativ konnotiert sein koennte, lest. Es koennte etwas durcheinander werden.Vieles sind natuerlich auch Stereotypen, die nicht zu ernst zu nehmen sind, oder Verallgemeinerungen.
In Indien ist es sehr schwierig, allein zu sein. Vor allem ruhig wird es fast nie. Als Europaer ist es einem prinzipiell kaum moeglich, nicht angestarrt und, als waere man eine Attraktion, nach einem Foto befragt zu werden (s. Foto 1113). Allgemein ist es auffaellig, dass Inder gern und ausgiebig fuer ihre Ware werben, da versucht wird, aus allem Geld zu machen. Nach einem Gespraech stellte sich heraus, dass Inder selbst das anscheinend moegen. Fuer uns war das ziemlich unangenehm und wir haben es als aufdringlich empfunden, staendig die (in sehr gebrochenen Englisch gesprochenen) Worte „Rikscha? Room? Yes? Where from?") zu hoeren. Auch viele Rechtschreibefehler sind, vor allem auf Speisekarten, zu erkennen.Wenn es denn eine Speisekarte gibt. Der Verkehr in Indien kann nur als reines und staendig hupendes Chaos beschrieben werden (s. Foto 1124). Busse, Rikschas, Mopeds, Fahrraeder, Kuehe und Menschen knuellen sich auf der Strasse zusammen, um sie ueberraschend heil irgendwann wieder zu verlassen. Ampeln sind rar, es gibt viele Schlagloecher und die einzig erkennbare Regel scheint zu sein: der Staerkere gewinnt, sodass ein Bus prinzipiell Vorrang hat und alles und jeden in Windeseile ueberholt, unabhaengig von der Beschaffenheit der Strasse. Die wahnsinnig langen Zuege mit vielen verschiedenen Abteilen sind in den zweiten Klassen nahezu immer ueberfuellt und einige Jungs haengen sich aussen an den Zug. Die Zugstrecke innerhalb Mumbais kostet jedes Jahr 3500 Menschen das Leben. Wir haben, ausser in Mumbai, keine Fussgaengerampeln gesehen, was das Chaos nur verdichtet. Auch Strassennamen konnten wir, ausser in Mumbai und Kochi, nicht sehen. Kuehe, Hunde, Schweine, Katzen und Ziegen sind zusaetzlich oft auf Strassen anzutreffen (s.Fotos 1384 und 1935). Essen ist, ausser in den Touristengebieten und auch nach der Aufforderung „no spice!“, fast immer scharf. Manchmal so scharf, dass man trotz Hunger einfach nicht weiteressen kann. Wie die meisten wissen werden, wird in Indien mit den Haenden, bzw. der rechten Hand, gegessen (zu erahnen auf Foto 2736). Deshalb gibt es in vielen Restaurants manchmal zwar keine Toiletten, aber immer ein Waschbecken zum Haendewaschen. Inder scheuen sich nicht, nach einer lautstarken Ankuendigung durch Hochziehen der Nase, ueberall hinzuspucken, wo nicht „don’t spit“ steht. Auch riecht es sehr oft nach Urin, da sich viele indische Maenner nicht scheuen, einfach kurz einen Schritt nach links zur naechsten Wand zu gehen und zu pullern, egal, wieviele Menschen sich auf der Strasse befinden. Auf der anderen Seite wird grosser Wert auf Aeusseres gelegt. Die Frauen tragen die feinsten Stoffe, Schmuck hat einen hohen Stellenwert und Babies werden geschminkt. Haare sind bei Frauen fast immer lang, wir haben nur ca. 6 Frauen mit kurzen Haaren gesehen, 4 davon in Mumbai. Dabei sind die Haare wohl meistens lange nicht gewaschen. Ausserdem haben manche Leute „orangene“ Haare (s. Foto 2922). Wir konnten nicht herausfinden, was dies fuer eine Bewandnis hat. Die Mehrheit der Maenner hat einen Schnurrbart und kurzes Haar (s. Foto 2542). Sie tragen fast nie kurze Hosen, sondern entweder lange Hosen oder eine Art Rock (s. Foto 1602). Die von Touristen als indische Kleidung gekauften Hosen (Alibabahosen) entsprechen in keiner Weise der Kleidung, die Inder in Wirklichkeit tragen. Die Uniform von Polizei und Busfahrern (bzw. Fahrkartenverkaeufern im Bus) haben dieselbe braune Farbe (s. Fotos 1209 und 2542). Nacktheit oder minimalste Freizuegigkeit wird von den Maennern dankbar begutaeugelt, jedoch wahrscheinlich nicht toleriert. Selbst am Meer gehen Frauen nur mit ihren Kleidern ins Wasser. FlipFlops scheinen in Indien in zu sein. Es faellt auf, dass Maenner und Frauen oft getrennt behandelt werden (z.B. Ladies Schlange am Fahrkartenschalter, getrennte Zug- und Faehrenabteile). Paeaerchen (wie schreibt man dieses Wort ohne ein ae auf der Tastatur?) sieht man sehr selten Zaertlichkeiten austauschen, Maenner untereinander (freundschaftlich) hingegen viel haeufiger. Inder sind ein recht winziges Voelkchen, auf die Koerpergroesse bezogen. Ausserdem sind Handys anscheinend sehr angesagt, vor allem wird laut Musik darueber gehoert (ohne Kopfhoerer) und es scheint nur einen Klingelton zu geben. Andere Auffaelligkeiten sind, dass Frauen haeufig unheimlich grosse Dinge auf dem Kopf transportieren muessen, wie man es auch aus anderen Laendern kennt (s. Foto 1461). Rikschas und andere Fahrzeuge haben meist grell blinkende Hindufiguren im Fahrerraum stehen oder haengen. Allgemeine Probleme sind die regelmaessigen Stromausfaelle, dass es oft an Wechselgeld fehlt und Muell grundsaetzlich in die Praerie gefeuert wird, d.h. Plastikflaschen, Chaibecher und Verpackungen werden nach Benutzung z.B. direkt aus dem Zug geworfen, was moeglicherweise auch ein Resultat der fehlenden Muelleimer ist, sodass in fast jeder Ecke Indiens Muell zu finden ist. Auch an den scheinbar schoensten Orten (s. Foto 2800).
Ich hoffe das war jetzt nicht zu wirr und anstrengend zu lesen und konnte einen kleinen Eindruck vermittelt. Entschuldigt, wir gesagt, etwaige negative Sprachfaerbung.
Alle Fotos sind hier zu finden.
Rebekka
PS: Januar 2016, da der Link kaputt ist, hier die besagten Bilder mit Nummer
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| 1113 |
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| 1124 |
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| 1384 |
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| 1935 |
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| 2736 |
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| 2922 |
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| 2542 |
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| 1461 |
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| 2800 |
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| 1602 |
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| 1209 |
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